Rhein-Erft-Kreis - Ein fahrradfreundlicher Landkreis

Der Rhein-Erft-Kreis hat viele Gesichter

Rauchende Schlote großer Industriebetriebe und Kraftwerke, riesige Braunkohlentagebaue und re-kultivierte Flächen einerseits, idyllische Plätze in der Erftaue und ausgedehnte Ackerflächen andererseits. Zum Rhein-Erft-Kreis gehören neun Städte und eine Gemeinde, er zählt über 450.000 Menschen. Das etwa 700 Quadratkilometer große Kreisgebiet umfaßt die westliche Ballungsrandzone von Köln und die eher ländlich geprägten Gebiete westlich des Vorgebirges.

Mehr als 50 Burgen und Schlösser können mit dem Fahrrad auf autofreien und verkehrsarmen Straßen und Wegen erkundet werden. Vielfältige Ausflugsziele von gediegen-sportlich über schnell und laut bis spaßig-kulturell können in der Kultur- und Freizeitregion Rhein-Erft mit dem Rad erfahren werden.

Planungsgeschichte und Zielvorstellungen

Wegen der günstigen topografischen Bedingungen genießt das Fahrrad im Rhein-Erft-Kreis vor allem in der Freizeit einen hohen Stellenwert. Seit Mitte der 80er Jahre wird das Radfahren hier verstärkt gefördert. Dies zeigt sich u.a. in einer Vielzahl neu gebauter Radverkehrsanlagen im Zuge von Ortsverbindungen.

Intensive politische Diskussionen führten Ende der 80er Jahre zu der Erkenntnis, daß die bestehenden Pro-bleme nur auf der Grundlage einer Verkehrsentwick-lungsplanung gelöst werden können. Daß dem Fahrrad dabei eine zentrale Rolle zukam, war aufgrund des eher ländlich strukturierten Kreisgebietes von Anfang an klar.

Der regionale Verkehrsentwicklungsplan

Im Rhein-Erft-Kreis wurde - erstmalig in Nordrhein-Westfalen - ein Verkehrsentwicklungsplan für ein gesamtes Kreisgebiet aufgestellt. Die in der Entwurfs-phase durchgeführte Bevölkerungsbefragung machte deutlich, daß die Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Erft-Kreises eine konsequente Förderung des Rad-verkehrs wünschen. Gefordert wurden vor allem der Ausbau des Radverkehrsnetzes und qualitative Ver-besserungen der vorhandenen Infrastruktur.

Zurzeit befindet sich der Verkehrsentwicklungsplan in der Überarbeitung.

Das Radverkehrs-Regionalkonzept

Zentraler Bestandteil des Verkehrsentwicklungsplans ist das Radverkehrs-Regionalkonzept. Ziel dieses Konzeptes ist ein Radnetz für den Alltagsverkehr, das alle potentiellen Ziel- und Quellpunkte miteinander verknüpft. Die Planung läßt sich dabei nicht vom vorhandenen Radverkehrsaufkommen leiten, sondern orientiert sich an wünschenswerten Fahrbeziehungen und stellt somit eine Angebotsplanung dar.

Die Länge des regionalen Alltagsnetzes beträgt rund 650 Kilometer. Der Netzbedeutung der Routen entsprechend entfallen davon etwa 40 Prozent auf Hauptachsen, ca. 35 Prozent auf Nebenachsen und rund 25 Prozent auf Ergänzungsachsen.