Meerbusch ist 79. AGFS-Mitglied

Enthüllung des neuen Ortsschildes mit Frau Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (vorne links) und AGFS-Vorstand Christine Fuchs.
Enthüllung des neuen Ortsschildes mit Frau Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (vorne links) und AGFS-Vorstand Christine Fuchs.

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage unterzeichnete im Rahmen des offiziellen Starttermins die bereits von NRW-Verkehrsminister Groschek unterschriebene Mitgliedsurkunde. Das Land NRW ist wichtigster Partner der Arbeitsgemeinschaft, fördert sie finanziell und unterstützt sie ideell.

Für Meerbusch hat der Beitritt in die Arbeitsgemeinschaft handfeste Gründe: Im Jahr 2012 beschloss die Stadt als eine der ersten Kommunen im Rhein-Kreis Neuss, ein lokales Klimaschutzkonzept aufzulegen. Das Konzept soll unter anderem dringende Maßnahmen zur Verrringerung der kommunalen Energie- und CO2-Bilanz liefern.

Blick in die Statistik

Hintergrund: Das Auto ist in Meerbusch mit Abstand das bevorzugte Verkehrsmittel. Zum 1. Januar 2016 waren in Meerbusch 39.800 motorisierte Fahrzeuge angemeldet – davon 35.130 Pkw. Die Pkw-Dichte liegt damit bei 0,63 Pkw pro Einwohner, landesweit sind es nur 0,54. Die täglichen Staus zeigen die Auswirkungen eindrucksvoll.

In der Meerbuscher Energiebilanz macht sich das entsprechend bemerkbar: 41 Prozent der im Stadtgebiet verbrauchten Endenergie schluckt der Kfz-Verkehr, auf die privaten Haushalte entfallen 39 Prozent, auf die Wirtschaft lediglich 18 Prozent.

Dringend verbesserungswürdig ist eine weitere statistische Zahl: Rund 50 Prozent der Autofahrten dienen dazu, Kurzstrecken von 100 Meter bis einem Kilometer zurückzulegen.

Dringender Handlungsbedarf

Fazit: In Meerbusch gibt es dringenden Handlungsbedarf in Richtung einer alternativen, schonenden Nahmobilität. Die Förderung des Radverkehrs steht dabei klar im Vordergrund. "Wir wollen am Fortschritt teilhaben und das Radfahren in Meerbusch konsequent attraktiver und sicherer machen. Nur so kann das Fahrrad zu einer erst zu nehmenden Alternative zum Auto werden. Der Austausch mit den anderen Mitgliedsstädten wird uns dabei helfen", so Bürgermeisterin Mielke-Westerlage bei der Vertragsunterzeichnung.

Der übermäßige motorisierte Kurzstreckenverkehr ist nach Ansicht der AGFS das Kernproblem vieler Städte. Ein hoher Radverkehrsanteil hingegen entspanne die verkehrliche Situation und schaffe darüber hinaus Freiräume für denjenigen Kfz-Verkehr, der für die Erreichbarkeit und wirtschaftliche Funktionsfähigkeit einer Stadt unabdingbar ist.

Die Mitgliedskommunen der Arbeitsgemeinschaft verstehen sich also nicht nur als "fußgänger- und fahrradfreundlich", sondern darüber hinaus als Modellstädte für eine zukunftsfähige, ökologisch sinnvolle und stadtverträgliche Mobilität. Sie unterstützen alle Maßnahmen, die die Städte als Lebensraum stärken.

Die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte bedeutet nicht, dass Meerbusch bereits jetzt fahrradfreundlich ist.

Grundbedingung für die Aufnahme ist allerdings eine Reihe von Einstiegsmaßnahmen zur Förderung des Radverkehrs, die die Stadt quasi als Vorbedingung für die Mitgliedschaft erbringen musste und weiter erbringen muss.

Quelle: www.meerbusch.de