Lünen - lebendige Stadt an der Lippe

Die Lippestadt Lünen liegt an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Sie ist mit rund 87.000 Einwohnern die größte Kommune im Kreis Unna. Schon seit vielen Jahren hat die Stadt ihre Verkehrspolitik auf eine umweltverträgliche Mobilität ausgerichtet. Dabei spielt das Fahrrad eine zentrale Rolle. Die Voraussetzungen für die Benutzung der "Leeze", wie das Rad im Münsterland genannt wird, sind stadtstrukturell günstig: Die elf Stadtteile liegen nur drei bis fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt. Lünen ist eine Stadt der kurzen Wege.

Planungsgeschichte und Zielvorstellungen

Um den Verkehr stadt- und umweltverträglich abzuwickeln und nachhaltig zu verbessern, setzt die Stadt Lünen seit Anfang der 90er Jahre verstärkt auf den Umweltverbund. Ziel der Radverkehrsplanungen war und ist der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zu einem geschlossenen Radwegenetz, das die Kernstadt lückenlos, sicher und auf kurzen Wegen mit den elf Stadtteilen verbindet.

Auf der Grundlage des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 1997 haben sich in Lünen folgende lokale Themenschwerpunkte ergeben:

Fahrradtrassen

Ein wesentlicher Baustein der Radverkehrsförderung ist die Einrichtung attraktiver, weitgehend autofreier Fahrradtrassen zwischen wichtigen Quell- und Zielpunkten des Radverkehrs, wie z.B. Schulen, Freizeiteinrichtungen und Einkaufsbereiche.

Beispiel hierfür ist der sogenannte "Leezenpatt" - die zentrale Radverkehrsachse Lünens. Diese Trasse zieht sich auf einer Länge von ca. sechs Kilometern vom Norden durch die Innenstadt bis in den Süden. Der "Leezenpatt" bietet darüber hinaus Anschlussmöglichkeiten nach Dortmund bzw. ins Münsterland. In einigen Kreuzungsbereichen haben Radlerinnen und Radler Vorrang vor dem Kfz-Verkehr, wie etwa an der Laakstraße, oder der Holtgrevenstraße.

Verschiedene Netzelemente

Radfahrer werden in Lünen vorzugsweise im Seitenraum auf getrennten Rad- und Gehwegen und auf markierten Schutzstreifen geführt.

Daneben wurden im Zuge aufgegebener Zechenbahn- bzw. Seilbahntrassen attraktive, selbständig geführte Fußgänger- und Fahrradrouten realisiert.

Der "Leezenpatt" ist auch hier ein Beispiel: Radfahrerinnen und Radfahrer werden je nach Situation über selbständig geführte Radwege, getrennte Geh- und Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen geleitet. So kommen in Lünen viele Formen der möglichen Netzelemente zum Einsatz.

Fußgänger- und Radfahrerquerungen

Ein ganz wichtiges Ziel, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, ist die Sicherung der notwendigen Querungsvorgänge von Fußgängern und Radfahrern.

In einigen Bereichen wurde der Radverkehr bevorrechtigt auch über relativ stark frequentierte Straßen geführt.

Durch den Einsatz von Fußgängerüberwegen, signalisierten Schutzanlagen und Fahrbahnteilern soll die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer auch zukünftig weiter verbessert werden.

Grüner Pfeil

Um nicht zuletzt auch den Radverkehr zu beschleunigen, setzt die Stadt Lünen auf den Grünen Pfeil.

So brauchen Radfahrer, die an signalisierten Kreuzungen und Einmündungen nach rechts auf einen Radweg, eine andere Radverkehrsanlage oder einfach nur abbiegen wollen, in Lünen nicht erst auf das Grün-Signal zu warten.

Voraussetzung hierfür ist, dass ein Abbiegen konfliktfrei mit dem Kfz-Verkehr und natürlich auch ohne Gefährdung und Belästigung von Fußgängern möglich ist. Der Grüne Pfeil ist in Lünen an 9 Knotenpunkten bzw. 26 Ampeln installiert worden.

Fahrradabstellanlagen

Die Stadt Lünen hat in den verschiedenen Ortsteilen zahlreiche Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen und das Angebot quantitativ und qualitativ verbessert.

Durch die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Arbeiterwohlfahrt werden drei Fahrradstationen betrieben. Speziell durch die beiden Einrichtungen am Hauptbahnhof und am Verkehrshof Brambauer konnte so eine vorbildliche Verknüpfung zwischen dem Radverkehr und dem Bus- und Bahnverkehr hergestellt werden.

Radtourismus

Aufgrund seiner topografischen Voraussetzungen bietet die Stadt Lünen sehr gute Bedingungen für den Radtourismus.

Neben dem Radverkehrsnetz NRW und kommunalen Radwanderwegen, bildet Lünen die Schnittstelle für bedeutende Tourismusrouten.

Der 2012 neu aufgelegte Radstadtplan Lünen enthält neben dem Routennetz für Alltagsfahrer alle touristischen Radrouten, die durch das Lüner Stadtgebiet verlaufen. Dazu gehören u. a. die Landesgartenschau-Route, der Emscherpark-Radweg und die neue Römer-Lippe-Route.

Der Plan informiert über wichtige Kontaktadressen für den Radverkehr und gibt wertvolle Hinweise zu den einzelnen Routen. Eine Auswahl an Sehenswürdigkeiten, die mit dem Rad angefahren und besichtigt werden können, wird ebenfalls vorgestellt.

Die regelmäßige Kontrolle der Wegbeschilderung erfolgt durch den örtlichen ADFC.

Feste Größe bildet der beliebte alljährliche Drahteselmarkt im April. Zahlreiche Anbieter, Institutionen und Verbände informieren auf dem Marktplatz rund um das Thema Fahrrad.