Der Kreis Steinfurt in der AGFS

Übergabe der Urkunde an den Kreis Steinfurt durch Minister Lutz Lienenkämper (v.l.n.r. Hannelore Brüning, ehem. MdL, Thomas Kubendorff, Landrat des Kreises Steinfurt, Christine Fuchs Geschäftsführerin der AGFS, Lutz Lienenkämper, ehem. Landesminister, Robert Wenking, BM Horstmar, Bernhard Schemmer, MdL).

Aufnahme des Kreises 2009

Nachdem die Auswahlkommission des Landes am 4. Mai 2009 zentrale Projekte des Alltags- und Freizeitradverkehrs sowie der Verknüpfung mit Bus und Bahn begutachtet hatte, verlieh der damalige Minister für Bauen und Verkehr des Landes NRW, Lutz Lienenkämper dem Kreis Steinfurt am 22. Juli 2009 das Prädikat "Fahrradfreundlicher Kreis". Gleichzeitig wurde der Kreis Steinfurt in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e. V. aufgenommen. Der Kreis Steinfurt ist damit das 51. Mitglied der AGFS und der 9. Kreis, dem Fahrradfreundlichkeit bescheinigt wird.

Kurzporträt des Kreises

Der Kreis Steinfurt liegt im nördlichen Nordrhein-Westfalen, genauer im Münsterland. Er grenzt im Norden an die niedersächsischen Landkreise Grafschaft Bentheim und Emsland, im Osten an die kreisfreie Stadt Osnabrück und den Landkreis Osnabrück, im Süden an den Kreis Warendorf, die kreisfreie Stadt Münster und den Kreis Coesfeld sowie im Westen an den Kreis Borken. Er gliedert sich in 24 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Die größte kreisangehörige Stadt ist Rheine mit 76.529 Einwohnern, die kleinste kreisangehörige Gemeinde ist Laer mit 6.286 Einwohnern (Stand jeweils 31.12.2009).

Die Fläche des Kreises Steinfurt beträgt 1.792,61 km². Die Einwohnerzahl beläuft sich zurzeit auf 443.643 Personen (Stand 31.12.2009). Die Bevölkerungsdichte beträgt 247 Einwohner je km2. Der Kreis Steinfurt weist außer den Ausläufern des Teutoburger Waldes im Nord-Osten keine größeren Erhebungen auf und ist deshalb für das Fahrradfahren bestens geeignet.

Fahrradfahren im Kreis Steinfurt

Im Münsterland, dem Land der "Pättkes", hat das Radfahren eine lange Tradition. Deshalb hat das Fahrrad im Kreis Steinfurt nicht nur im Freizeitverkehr einen hohen Stellenwert, sondern wird in hohem Maße auch im "Alltagsverkehr" (Schule, Arbeit, Versorgung) eingesetzt. Der Fahrradanteil am Modal Split beträgt rund 28%.

Auch die Radverkehrsförderung hat im Kreis Steinfurt seit langem einen hohen Stellenwert. Bereits Anfang der 80er Jahre wurde ein zusammenhängendes Radwanderwegenetz einschließlich einer Radwanderkarte entwickelt. Im Jahr 2000 wurde eine münsterlandweit einheitliche Ausschilderung touristischer Radwege eingeführt, die in das Radverkehrsnetz NRW integriert wurde.

Radwegebau

Beim Bau von Kreisstraßen wurde durch die Anlage zahlreicher straßenbegleitender Radwege der sogenannte "Alltagsradverkehr" gefördert. Allein seit dem Jahr 2000 wurden bei 46 Radwegebaumaßnahmen insgesamt ca. 60 km Radwege an Kreisstraßen mit einem Kostenvolumen von ca. 12 Millionen Euro gebaut.

Bürgerradwege

Nicht alle Wünsche für die Neuanlage von Radwegen können erfüllt werden. Deshalb engagieren sich in den letzten Jahren zunehmend bürgerschaftliche Initiativen für den Bau von Radwegen. Zur Unterstützung der Initiativen hat der Kreis Steinfurt ein Sonderprogramm zur Förderung von Bürgerradwegen aufgelegt, das im Jahr 2010 mit einem Fördervolumen von 300.000 Euro ausgestattet ist. Im folgenden Jahr wird dieser Betrag noch einmal aufgestockt. Um eine einheitliche Qualität sicherzustellen, muss der herzustellende Radweg einen Mindestausbaustandard aufweisen. Bis zum Ende 2010 ist die Förderung von 60 km Radwegen vorgesehen. Darüber hinaus liegen bereits 26 weitere Anträge mit einer Gesamtbaulänge von rund 52 Kilometern vor. Die weitere Komplettierung des Radwegenetzes ist eine Aufgabe der kommenden Jahre.

Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes

Die Verbindung des Fahrrades mit dem Öffentlichen Personennahverkehr ist ein weiterer Schwerpunkt des Kreises. In den vergangen Jahren haben die kreisangehörigen Städte und Gemeinden die Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen und Haltepunkten attraktiviert und ausgebaut.

Ein weiteres Projekt zur Verknüpfung des Radfahrens mit dem ÖPNV ist das Projekt ST-mobil. Im Tecklenburger Land verbindet der SchnellBus S10 die Gemeinden Recke, Mettingen und Westerkappeln mit dem Oberzentrum Osnabrück. In diesem Modellkorridor wird untersucht, wie man wirkungsvoll dem demografischen Wandel und der Umweltbelastung durch den Autoverkehr begegnen kann. Im Rahmen des Projektes werden in den nächsten drei Jahren verschiedene Bausteine evaluiert.

Neben der Ausweitung des Busangebots zum Halbstundentakt in der Hauptverkehrszeit wurde ein Netzticket entwickelt, mit dem man zu stark reduzierten Preisen in die Umlandkommunen im 20-Kilometer-Radius gelangen kann. Das Ticket beinhaltet die kostenlose Nutzung eines Pedelecs für ein halbes Jahr. Zu diesem Zweck wurden knallrote Elektrofahrräder beschafft, die für die Abonnenten zur Verfügung stehen. Ziel dieses Projektbausteins ist es, ein komplettes Angebot für die Wegekette anzubieten: Mit dem Pedelec zur Haltestelle, mit dem SchnellBus weiter zu Arbeit oder in die Freizeit.

Öffentlichkeitsarbeit

Der Kreis Steinfurt veranstaltet im Rahmen verschiedener Cityfeste Fahrradaktionstage. Schwerpunkt der Aktionstage ist die Sicherheit des Fahrradverkehrs. Mit Unterstützung der Polizei und der Verkehrswacht werden verschiedene Mitmachaktionen angeboten.

Der Kreis Steinfurt beteiligt sich zudem seit mehreren Jahren an der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" der AOK. 2012 wurde die Aktion um den Aspekt "Fahrradsicherheit" ergänzt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung wurde im Rahmen der Aktion ein kostenloser Sicherheitscheck für ihre Fahrräder angeboten.