Fahrradfreundliche Verkehrsregelungen

Öffnung von Einbahnstraßen

Seit Anfang der 90er Jahre werden Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Zunächst durch bauliche und Markierungsmaßnahmen sowie durch Einrichtung unechter Einbahnstraßen, seit der StVO-Novelle von 1997 vorwiegend als Beschilderungslösung bei echten Einbahnstraßen. Bisher wurden 252 der rund 540 Einbahnstraßen im Stadtgebiet geöffnet. Damit erhöht sich die Durchlässigkeit der Straßennetze und dem Radverkehr werden die so wichtigen direkten Wegebeziehungen ermöglicht.

Die Stadt Essen hat mit der Öffnung unechter und echter Einbahnstraßen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Unfallauswertung für alle geöffneten Einbahnstraßen von 2007 bis 2012 ergab keine schweren Unfälle. Daher musste bisher keine Einbahnstraßenöffnung zurückgenommen werden. Aufgrund der positiven Erfahrungen sind weitere Öffnungen in Arbeit.

 

Radverkehrslösungen an signalisierten Knotenpunkten

Lichtsignalanlagen im Verlauf von Geh- und Radwegen sind mit einer gemeinsamen Maske ausgestattet. Bei neugeplanten Anlagen wird der Radverkehr häufig mit einem eigenständigen Signal zum indirekten Linksabbiegen ausgestattet. Wenn Radfahrstreifen von rechtsabbiegendem Kfz-Verkehr gekreuzt werden, wird die Haltelinie für Radfahrer/-innen zur besseren Sichtbarkeit 3 m vorgezogen. Bei geeigneten Bedingungen wird direktes Linksabbiegen durch einen aufgeweiteten Radaufstellstreifen ermöglicht.

Verkehrsrechtliche Beschilderung

Zur Verbesserung der Durchlässigkeit für den Fuß- und Radverkehr werden Sackgassen an ihren Enden soweit möglich geöffnet. Das Sackgassenschild erhält dann den entsprechenden, jetzt auch in der StVO verankerten Hinweis auf die Durchfahrungsmöglichkeit.

In Anliegerstraßen mit der Beschilderung „Durchfahrt verboten – Anlieger frei“ wurde das Zusatzschild überall durch „Radfahrer und Anlieger frei“ ersetzt, so dass Radfahrer/-innen diese Straßen auch durchfahren können, wenn sie nicht Anlieger sind.

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