Stadt Erkelenz

In Anwesenheit von Staatssekretär Horst Becker des NRW-Verkehrsministeriums und der AGFS-Geschäftsführerin Christine Fuchs wurde am 22. November 2011 die Stadt Erkelenz als 65. Mitglied in die AGFS aufgenommen. Bürgermeister Peter Jansen persönlich hatte die Gäste begrüßt und die Aufnahme-Urkunde entgegengenommen.

"Es gebe strenge Anforderungen für die Aufnahme in die AGFS.", so der Staatssekretär. Erkelenz habe diese Hürde jedoch leicht geschafft. Christine Fuchs, Geschäftsführerin der AGFS, hatte ein großes Schild als Geschenk im Gepäck, auf dem die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Erkelenz nun auch nachzulesen ist. "Sie sind in einer guten Gemeinschaft", sagte sie und hieß Erkelenz in der AGFS willkommen.

Mit der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans für Erkelenz im Jahr 2008 steht die Erkenntnis, dass dem Rad- und Fußverkehr eine besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht werden soll, da diese Nahmobilität nicht zuletzt auch Teil einer besonderen Lebensqualität in der Stadt ist. Die Stadt Erkelenz hat in den letzten Jahren die Förderung des Radverkehrs intensiviert. Seitdem konnten bereits viele im VEP vorgeschlagene Maßnahmen und weitere, die aus der damals entstandenen "AG Fahrradfreundliche Stadt" heraus formuliert wurden, umgesetzt werden.

Zur Erhöhung des Radverkehrsanteils sind infrastrukturelle Maßnahmen baulicher Art, aber auch Maßnahmen zur Schließung von Netzlücken angegangen worden. Die Öffnung von Sackgassen und Einbahnstraßen für Fahrradfahrer ist in Erkelenz von großer Bedeutung. Außerdem wurde die Fußgängerzone für Fahrradfahrer geöffnet. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme kann hier ein gutes Miteinander von Fußgängern und Radfahrern auch weiterhin gelingen.

Darüber hinaus sollen öffentlichkeitswirksame Maßnahmen dazu beitragen, ein fahrradfreundliches Klima zu schaffen. Dazu zählen zum Beispiel Mobilitätsmanagementmaßnahmen wie die Teilnahme an der Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" sowie Dienstfahrräder für städtische Bedienstete. Die Stadt Erkelenz führt zwei große Fahrradveranstaltungen im Jahr durch. Das sind der Fahrradfrühling mit verkaufsoffenem Sonntag und der Niederrheinischer Radwandertag.

Gelobt wurden von der Kommission, die die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Erkelenz im Spätsommer unter die Lupe nahm, vor allem die professionelle und solide Förderung des Radverkehrs in der Stadt und das große Engagement der Stadtverwaltung. Dass die Bürgerbeteiligung in dem Verfahren der Radverkehrsförderung in Erkelenz so groß geschrieben wird und dass das Interesse und das Engagement der Bürger stark ausgeprägt sind, ist in anderen Städten deutlich weniger der Fall. Das ist ein weiterer Pluspunkt für Erkelenz.

Neben den überwiegend positiven Eindrücken hatte es auch Anregungen der Kommission gegeben, etwa für die stufenlose Absenkung von Bordsteinen, sog. Nullabsenkung, die in Erkelenz zum Teil nicht umgesetzt sind. Als Empfehlung wurde auch ausgesprochen, stadtweit zu überprüfen, an welchen Stellen Aufstellflächen für Fahrradfahrer vor Ampelanlagen sinnvoll sind. Die Stadt Erkelenz soll mutig voran gehen, wenn es darum geht, unpopuläres zu Lasten anderer Verkehrsteilnehmer umzusetzen.

"Für uns steht das Zertifikat nicht am Ende einer Entwicklung, wir begreifen es als Ansporn, den eingeschlagenen Weg engagiert weiter zu gehen und mit möglichst vielen Partnern zu kooperieren", so Bürgermeister Peter Jansen. Für das Fahrradfahren wirbt der erste Bürger der Stadt gerne, ist er doch selber passionierter Radfahrer. "Ich freue mich schon jetzt auf den Erkelenzer Fahrradfrühling. Dieser ist beste Werbung fürs Fahrradfahren", ist sich Bürgermeister Jansen sicher. "Die AGFS hat ihre Unterstützung mit der Kampagne "Ich bin die Energie" für den Fahrradfrühling am 6. Mai 2012 bereits zugesagt.", freut sich Nicole Stoffels, die die Ansprechpartnerin in Sachen Radverkehrsförderung in Erkelenz ist und den Fahrradfrühling organisiert.

Präsentation des neuen Schildes: von links Christine Fuchs, Geschäftsführerin der AGFS, Peter Jansen, Bürgermeister der Stadt Erkelenz und Staatssekretär Horst Becker aus dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.