Stadt Bottrop wird 70. Mitglied

Die Stadt Bottrop liegt geographisch an der Schnittstelle von nördlichem Ruhrgebiet und südlichem Münsterland. Diese Grenzlage macht sich auch in der Siedlungsstruktur bemerkbar. Während der Süden Bottrops durch die industrielle Geschichte des Ruhrgebiets gekennzeichnet ist, zeigt sich der nördlich liegende Bezirk Kirchhellen ländlich geprägt.
Auch die Verteilung der insgesamt rund 117.000 Einwohner spiegelt diese Zweiteilung wider: In der Südhälfte leben etwa 100.000 Menschen und damit fünfmal so viele wie im gleich großen Nordteil der Stadt.

Auf den südwestlichen Ausläufern des Recklinghäuser Landrückens liegend, gibt es im Stadtgebiet zumeist nur leichte Steigungen bei einer absoluten Höhendifferenz von lediglich 52 Metern zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt. Verschiedene Halden als künstliche Landschaftsbauwerke stellen hier eine Ausnahme dar und verlangen Fußgängern und Radfahrern einiges beim Aufstieg ab, bevor diese mit einem weiten Ausblick über die gesamte Region entschädigt werden.

Fahrrad-Infrastruktur

Ein umfangreiches Angebot fahrradfreundlicher Infrastruktur überzieht das etwa 100 Quadratkilometer große Stadtgebiet. Seit dem Sommer 2010 sind rund 160 Kilometer ausgeschildertes Radverkehrsnetz vorhanden, das sich sowohl auf eigenständige Geh- und Radwege, Wirtschaftswege, fahrbahnbegleitende Radverkehrsanlagen und markierte Führungen auf Fahrbahnniveau als auch auf weite Bereiche mit Tempo 30-Zonen und verkehrsberuhigte Bereiche erstreckt. Mit dem im Sommer 2013 erschienenen Fahrradstadtplan Gladbeck-Bottrop ist dieses Netz um weitere, nicht in der Örtlichkeit ausgeschilderte Strecken auch visuell umfangreich ergänzt worden.

Der Radverkehr in Bottrop wird neben der Pflege dieses Radverkehrsnetzes unter anderem auch durch die Öffnung fast aller Einbahnstraßen, Freigaberegelungen in der Fußgängerzone und diverse Fahrradverleihsysteme weiter gefördert. Zwei Radstationen - am Hauptbahnhof und am zentralen Berliner Platz - runden dieses Angebot ab.

Fußgänger in Bottrop

Auch der Fußgängerverkehr ist inzwischen in den Fokus städtischen Handelns gerückt. Aktivitäten resultieren zum einen aus dem Themenfeld Barrierefreiheit, das durch die Gründung der Arbeitsgruppe "Behindertengerechte Baumaßnahmen" fest im Verwaltungshandeln verankert ist. Aber auch durch die Schaffung neuer Querungsstellen, durch Bordsteinabsenkungen, die Verbreiterung von Aufstellflächen oder die geplante Errichtung eines innerstädtischen Fußwegeleitsystems werden die Fußgänger unterstützt.

Bei allen bisherigen Maßnahmen im Bereich der Nahmobilität wird nicht vergessen, dass es noch Einiges für diese umweltfreundlichen und stadtverträglichen Verkehre zu tun gibt: Die Überarbeitung veralteter Bordsteinradwege, die weder genügend Breite aufweisen noch in der Linienführung ideal sind und zudem die Gehwege einengen, ist einer der künftigen Arbeitsschwerpunkte. Auch im Bereich der Kfz-fokussierten Lichtsignalanlagen wird ebenso wie in einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit ein zukünftiger Schwerpunkt liegen.

Aufnahme in die AGFS

Die Stadt Bottrop freut sich auch daher sehr, nun seit dem 20. November 2013 Mitglied der AGFS zu sein und in diesem Zusammenschluss gemeinsam mit anderen Städten, Kreisen und Gemeinden an der Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs zu arbeiten.
Die Aufnahme der Stadt Bottrop passt zum Engagement der Kommune für eine größere Lebensqualität und mehr Rücksicht auf Klima und Umwelt, das sich jüngst auch durch die erneute Verleihung des "European Energy Award" in Gold bemerkbar gemacht hat.

Die erfolgreiche Bewerbung zur InnovationCity und damit zur Modellstadt für zukunftsfähige und innovative Strategien zur Verringerung des CO2-Ausstoßes wird darüber hinaus der Nahmobilität neue Impulse geben und neue Möglichkeiten zu deren Förderung geben. Die Zielstellung für das etwa 70.000 Menschen umfassende Modellgebiet ist dabei ambitioniert: Der Fußgänger- und Radverkehr soll bis zum Jahr 2020 49 Prozent des Gesamtverkehrs ausmachen.

Die Stadt Bottrop wurde auf der Mitgliederversammlung der AGFS als 70. Mitglied offiziell in die AGFS aufgenommen. Minister Michael Groschek, AGFS-Vorstand Christine Fuchs und Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler unterzeichneten die Aufnahmeurkunde.